Vermögensbarometer 2018: Die Deutschen sind sehr zufrieden

24.10.2018 Wirtschaft

Die Menschen in Deutschland sind mit ihrer finanziellen Situation zufriedener denn je. Das zeigt das Vermögensbarometer 2018 des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands. Fast zwei Drittel der Befragten finden ihre finanzielle Lage demnach „gut“ oder sogar „sehr gut“. Nur noch acht Prozent sind mit ihrer finanziellen Situation „unzufrieden“ oder „sehr unzufrieden“.

Finanzielle Zufriedenheit auf dem höchsten Niveau seit 2005

Jeder Vierte rechnet mit Verbesserung seiner finanziellen Lage

Auch der Blick in die Zukunft ist für die meisten ungetrübt: Fast 90 Prozent gehen in der repräsentativen Befragung davon aus, dass sie auch in zwei Jahren finanziell so gut dastehen wie heute – oder sogar noch besser. Nur rund elf Prozent erwarten eine Verschlechterung ihrer finanziellen Situation, 25 Prozent hingegen Verbesserungen.

Weniger Sorgen um die Ersparnisse

Kehrseite des Optimismus ist eine wachsende Sorglosigkeit bei der Ersparnisbildung: Kaum mehr ein Drittel der Deutschen sorgt sich wegen der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Zwei Jahre zuvor hatten noch 58 Prozent die Geldpolitik als größte Sorge angegeben. Ein wachsender Anteil – mittlerweile fast 40 Prozent der Deutschen – macht sich hingegen trotz der nach wie vor niedrigen Zinsen keinerlei Sorgen um die Ersparnisbildung. Das sind deutlich mehr Unbekümmerte als im Vorjahr, als nur 25 Prozent der Befragten sorgenfrei waren.

 

Gestiegen ist allerdings der Anteil der Menschen, die die politische Lage als wichtigsten Grund ansehen, sich bei der Ersparnisbildung Sorgen zu machen (zehn Prozent im Jahr 2018 gegenüber vier Prozent im Jahr 2017).

Geldpolitik ist die größte Sorge bei der Ersparnisbildung

Niedrige Zinsen: 18 Prozent wechseln Anlageprodukte

Zur nachlassenden Besorgnis passt die verhaltene Reaktion auf die anhaltend niedrigen Zinsen: Mit 38 Prozent hat gerade einmal gut ein Drittel der Befragten sein Sparverhalten angepasst oder plant Anpassungen. Nur rund sieben Prozent der Befragten versuchen, die ausbleibenden Zinsen durch zusätzliches Sparen zu kompensieren, rund 13 Prozent sparen hingegen sogar weniger.

Auf andere Anlageprodukte umgeschwenkt ist wegen der Niedrigzinsen nicht einmal jeder Fünfte in Deutschland. Diesen Anlegern gilt dabei nach wie vor in erster Linie Immobilienbesitz als geeignete Geldanlage in der Niedrigzinsphase – wenn auch mit abnehmender Tendenz. Die Beliebtheit ergibt sich aus der Frage, ob eine Geldanlage in der Niedrigzinsphase besser oder schlechter geeignet sei: Je häufiger eine Anlageform als „besser“ einsortiert wird, desto größer die Beliebtheit.

Bei Immobilien überwogen im Jahr 2018 die positiven Einschätzungen die negativen um 31 Prozentpunkte; im Jahr zuvor waren es allerdings sogar noch 36 Prozentpunkte gewesen. Die jüngsten Preissteigerungen und die insgesamt gestiegenen Nebenkosten beim Immobilienerwerb dürften den Glauben dämpfen, dass der eigene Immobilienwunsch auch erfüllbar ist.

An zweiter Stelle in der Beliebtheitsskala rangieren mit 26 Prozentpunkten Investment- und Immobilienfonds. Dieser Wert hatte 2017 noch sieben Prozentpunkte niedriger gelegen.

Immobilien bei der Geldanlage weiter vorn

Absicherung der Zukunft: Die Deutschen handeln

Insgesamt wächst die Vorsorgebereitschaft der Deutschen: Vier von fünf Befragten geben an, sie hätten ihre Zukunft bereits finanziell abgesichert oder planten Vorsorgemaßnahmen. 2017 hatten erst 72 Prozent der Befragten entsprechende Schritte eingeleitet.

 Gut ein Zehntel der Deutschen sieht sich laut Vermögensbarometer 2018 allerdings finanziell nicht in der Lage, für die Zukunft vorzusorgen – mehr als ein Viertel davon sogar trotz Berufstätigkeit.

 

Vier von fünf Befragten planen fürs Alter vorzusorgen oder tun dies bereits