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Zurück auf bedrohtem Wachstumspfad (Ausgabe 02/2019)

Die europäische und deutsche Konjunktur präsentieren sich im Frühjahr 2019 in einem wieder aufgefangenen Zustand. Das BIP ist bereits im ersten Quartal zu einem normalen Wachstumspfad zurückgekehrt. Das war angesichts der zu Jahresbeginn noch sehr eingetrübten und nervösen Stimmung nicht unbedingt zu erwarten.

Allerdings verbleiben weiterhin große Risikofaktoren. Der erneut zugespitzte Handelskonfligt der USA mit China, die sicherheitspolitische Krise am Persischen Golf und der Brexit haben das Potenzial, der Weltwirtschaft einen Rückschlag zu verpassen. Deshalb sollten in Deutschland jetzt auch keine antizyklischen Kapitalpuffer aktiviert werden.

In Deutschland herrscht derweil ein vertiefter struktureller Zwiespalt: Bau und Dienstleistungen - generell die binnenwirtschaftlichen Sektoren - entwickeln sich sehr gut. Die für negative Einflüsse aus der Weltwirtschaft anfälligere Industrie ist schwächer, hat sich aber gegenüber dem zweiten Halbjahr 2018 erholt. Positiv überrasch die durchgängig gute Investitionstätigkeit.

Erste Anzeichen einer Überwälzung der stabilisierten Konjunktur in Preise und Löhne sind auszumachen. Wenn die Geldpolitik im Euroraum dennoch länger sehr expansiv bleiben will, dann ist darüber nachzudenken, wie Nebenwirkungen des Negativzinses für die Robustheit des Finanzsektors abgemildert werden können. Ein "Staffelzins" für die Überschussliquidität wäre hier ein guter geldpolitisch begründeter Einsatz.

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