Digitales Zentralbankgeld: Gesamtgesellschaftliche Wirkungen kritisch reflektieren!

19.02.2020 - Standpunkt der Chefvolkswirte

Nach der Ankündigung von Libra und mit Beginn der EZB-Präsidentschaft von Christine Lagarde haben sich die Bemühungen der EZB in Sachen "digitales Zentralbankgeld" (Central Bank Digital Currency, CBDC) spürbar intensiviert.

Der Grundgedanke von CBDC ist die Überführung von physischem Bargeld in die digitale Welt. Die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe betonen, dass vor einer Einführung von digitalem Zentralbankgeld kritisch die gesamtgesellschaftlichen Wirkungen reflektiert werden müssen:

  • Die Auswirkungen eines CBDC-Systems auf den Banken- und den Finanzsektor, die gesellschaftliche Akzeptanz und die geldpolitischen Optionen der Zentralbank hängen entscheidend von deren Ausgestaltung ab.
  • Zentralbanken können ihre Ziele dann am besten erreichen, wenn sie unabhängig sind. Neben der politischen und finanziellen Unabhängigkeit gilt dies auch für eine technische Unabhängigkeit. Sie darf durch die konkrete Ausgestaltung einer digitalen Währung nicht verletzt werden.
  • Stabilität und Effizienz des Finanzsystems müssen gewahrt bleiben. Ein CBDC-System wäre zumindest partiell Substitut zu Giralgeld. Die Schaffung digitalen Zentralbankgeldes darf die Intermediationsfunktion des Bankensystems aber nicht gefährden. Dies gilt ebenso für die Förderung unternehmerischer Kreativität unter anderem über die Vergabe von Krediten.

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