Sustainable Finance: Klimaschutz nachhaltig stärken

29.05.2019 - Wirtschaftspolitische Positionen

Für die Chefökonomen und Nachhaltigkeitsexperten der Sparkassen-Finanzgruppe ist der Blick auf langfristig tragfähige Gesellschaftsstrukturen angesichts vielfältiger Herausforderungen von zentraler Bedeutung. Ein wichtiger Bereich dieser Herausforderungen liegt im Umwelt- und Klimaschutz. Jede Branche sollte im eigenen Interesse umweltverträglich agieren. Da jedoch Appelle hier nicht ausreichend sind und eine Reihe von Mechanismen - negative externe Effekte, Präferenz von kurzfristigen Vorteilen über langfristige Nachhaltigkeit - nachhaltiges Wirtschaften oft einschränken, ist der Staat aufgefordert, geeignete Rahmenbedingungen für nachhaltiges Agieren von Unternehmen und Bürgern zu schaffen. Dies wiederum sollte er im Verbund mit anderen Staaten tun, denn Umweltthemen sind weltweite Themen.

Grundsätzlich sollten staatliche Regeln marktwirtschaftliche Ansätze verfolgen, also etwa Lenkungswirkungen über Preise herbeiführen. Denn detaillierte Regeln, wie eine Branche welche Produkte auf welche Weise herstellen darf, führen zu statischen und umständlichen Prozessen. Dies gilt auch für den Finanzsektor. Auch dieser ist zunächst aufgefordert, selbst nachhaltige Produktionsweisen zu entwickeln und kann dabei durch staatlich gesetzte Regeln gelenkt und gefördert werden. Die Institute der Sparkassen-Finanzgruppe stellen sich diesen Herausforderungen und unterstützen nachhaltige Finanzierungen. Auch besteht ein großes Interesse von Investoren an nachhaltigen Produkten. Richtigerweise möchte die Europäische Union diese Bereitschaft der Investoren, ihr Kapital nachhaltiger Nutzung zur Verfügung zu stellen, nutzen, um beispielsweise nachhaltige Finanzierungen zu stärken, die etwa helfen sollen, die Erderwärmung zu begrenzen. Hierbei ist für die Chef­ökonomen und Nachhaltigkeitsexperten wichtig:

  • Es gilt möglichst umfassende Nachhaltigkeitskriterien zu bestimmen und dabei neben Klimathemen auch Aspekte sozialer und marktwirtschaftlicher Verantwortung für nachhaltige Strukturen von Beginn an einzubeziehen.
    Im Mittelpunkt einer zielorientierten Umweltpolitik sollten marktwirtschaftliche Instrumente stehen.
  • Nachhaltiges Finanzieren bedeutet auch die Erhaltung der Stabilität im Finanzsystem selber. In der Europäischen Union müssen dabei übergreifende Institutionen zusammen mit nationalen Behörden eine enge Arbeitsteilung bei der Schaffung und Durchsetzung eines einheitlichen nachhaltigen Ordnungsrahmens eingehen.
  • Wenn es gelingen soll, „grüne“ Finanzierungen für die Gesellschaft attraktiver zu machen, sollte dies einerseits über den Anreizhebel von Erleichterungen (Incentives) erfolgen, die jedoch die Stabilität solcher Finanzierungen oder gar des Finanzsystems selbst nicht infrage stellen. Andererseits kann der Staat die Transparenz von Nachhaltigkeitseigenschaften verschiedener Finanzierungen und Finanzinstrumente stärken und das Bewusstsein für geminderte Langfristrisiken bei nachhaltigen Finanzierungen fördern.

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