Gebremstes Wachstum bei etwas geringerer Inflation

Aktuelle Informationen zur Wirtschaftslage 1/2023

Deutschland könnte im Winterhalbjahr 2022/2023 eine leichte Schrumpfung des BIP durchlaufen haben. Die Rückgänge waren aber nicht so stark wie noch im letzten Herbst befürchtet. Die Lage am Arbeitsmarkt entspricht überhaupt nicht den üblichen Mustern einer Rezession.

Dennoch hat unser Land Wohlstandseinbußen erlitten, die über das hinausgehen, was das BIP anzeigt. Auch wenn die Energie- und Rohstoffpreise sich zuletzt deutlich zurück-gebildet haben, hat sich die Relation aus Export- und Import-preisen für Deutschland unter dem Strich verschlechtert. Ein solcher „Terms-of-Trade“-Schock kostet Wohlstand.

Diese Verluste zeigen sich zunehmend als Verteilungs-konflikt in den Lohnverhandlungen. Die herrschende Arbeitskräfteknappheit erzeugt einen Aufwärtsdruck. Die hohen Inflationsraten und die 2022 erlittenen Reallohn-verluste lassen einen Kompensationswunsch nachvoll-ziehbar erscheinen. Zugleich sind die erwirtschafteten Verteilungsspielräume und das Produktivitätswachstum sehr begrenzt.

Die Inflationsraten sinken 2023 derweil, auch aufgrund von Basiseffekten. Aber der breite Preisauftrieb in der Kernrate bleibt sehr hartnäckig. Der Handlungsbedarf für die EZB besteht auch nach dem Zinsschritt vom März weiter.


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