Italien: Stolperstein für die Währungsunion?

11.09.2018 – Standpunkte der Chefvolkswirte

Italien hat mit dem Euro eine nie zuvor erlebte Phase der Preisniveaustabilität erfahren. Zudem ist zuletzt das Wachstum gestiegen. Damit konnten zentrale Versprechen der Europäischen Währungsunion umgesetzt werden. Sollten nun aber die in der Koalitionsvereinbarung festgehaltenen wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen der neuen italienischen Regierung tatsächlich Umsetzung finden, sehen die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe die Gefahr, dass sich die Wachstumsschwäche und Schuldenlast Italiens weiter verschlimmern:

  • Die vielen nachfrageseitigen und kaum vorhandenen angebotsverbessernden Elemente geben Anlass zur Befürchtung, dass sich außer einem konjunkturellen Strohfeuer wenig bewegen wird und sie der italienischen Volkswirtschaft kein andauerndes Wachstum, aber eine höhere Schuldenlast bringen werden. Damit könnte eine neue Zerreißprobe der Währungsunion ausgelöst werden.
  • Es bedarf zumindest parallel zu nachfrageseitigen Impulsen zahlreicher Verbesserungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Italien, um das Wachstum zu stärken. 
  • Finanzielle Solidarität mit Italien können die übrigen EU-Mitglieder insbesondere im Rahmen von europäischen Gemeinschaftsaufgaben üben. Hier gilt es, auf EU-Ebene mit gemeinschaftlicher Politik in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung voranzukommen.

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