Preisentwicklungen - Reflex oder Reflation?

06.07.2021 - Newsletter der volkswirtschaftlichen Abteilungen der Landesbanken, Sparkassen, der DekaBank und des DSGV 

Mit Blick auf das Thema Inflation hat ein Perspektivwechsel stattgefunden. Während in der Vergangenheit vornehmlich zu tiefe Preissteigerungsraten problematisiert wurden, ruft jetzt der starke Anstieg der Teuerung Sorgenfalten hervor.

Chefvolkswirte im Gespräch: Preisanstieg noch kein Grund zur Sorge

Sind die jüngsten Preistendenzen schon Vorbote eines generell steiler verlaufenden Preispfades? Zum großen Teil handelt es sich bei den bisher beobachteten Preisausschlägen um reflexhafte Gegenbewegungen. Teils sind diese Ausdruck einer Normalisierung der Preise nach dem durch die pandemische Krise geprägten Vorjahr, teils gehen diese Reflexe auf Angebotsengpässe zurück, die sich mit fortschreitender Entwicklung auch wieder auflösen sollten.

  • Im Moment verunsichern die stark ansteigenden und mitunter auch schon hohen Preissteigerungsraten. Im Ausblick kann mit moderaten und auch wieder verlässlicheren Preistendenzen gerechnet werden.
  • Die Rückkehr zu erhöhter Inflation oder „Reflation“ ist weder zwangsläufig noch ausgeschlossen. Die bisherigen Preisbewegungen sind jedenfalls nicht als Beleg für solche Gefahren einzustufen.
  • Die frühzeitige und sorgsame Begutachtung von Preisgefahren ist Voraussetzung für eine effektive Inflationskontrolle. Der Erfolg lässt sich an gut verankerten Inflationserwartungen ablesen. Deren Verlauf zeigt, dass zumindest das Risiko eines möglicherweise steigenden Inflationstrends größer geworden ist.

Pressekontakt
Deutscher Sparkassen- und Giroverband e.V.
Pressestelle
Charlottenstrasse 47
10117 Berlin Deutschland


030 20 22 55 115


030 20 22 55 119