Geldpolitik im Angesicht des Virus

13.05.2020 - Newsletter der volkswirtschaftlichen Abteilungen der Landesbanken, Sparkassen, der DekaBank und des DSGV

Geld- und Fiskalpolitik müssen zur Stabilisierung der Volkswirtschaften perspektivisch wieder stärker arbeitsteilig wirken.  Das betonen die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe in ihrem aktuellen Corona-Newsletter. Bislang habe die Geldpolitik die Fiskalpolitik bei der Überwindung der Corona-Krise wirkungsvoll unterstützt.

Die Geldpolitik agiere aktuell vor allem zur Sicherung der Liquidität. In allen großen Währungsräumen habe sie ihren Expansionsgrad nochmals verstärkt, argumentieren die Ökonomen. Die EZB bietet neue Tender mit sehr attraktiven Konditionen an, die Geldmengenentwicklung beschleunigt sich derzeit exorbitant. Die starke Kreditvergabe, auch bedingt durch Stützungsmaßnahmen der Regierungen für Unternehmen, treibt die Dynamik. Die Zinsen bleiben dauerhaft niedrig.

Kurzfristig, in den anstehenden Jahren 2020 und 2021, bleibt der Preisauftrieb nach Einschätzung der Chefvolkswirte zwar krisenbedingt niedrig, mittelfristig seien jedoch andere Entwicklungen, auch mit wieder höheren Inflationsraten, denkbar.

Langfristig stellt sich die Systemfrage: Folgt die Kapitalzuteilung in den westlichen Industrieländern wieder nachhaltiger Tragfähigkeit oder führt der hohe Verschuldungsgrad dauerhaft zu einer Abhängigkeit vom Nullzins? Das Petitum der Ökonomen: Will man einen dauerhaften Systemwechsel verhindern, ist eine stärkere Entflechtung der Geld- und Fiskalpolitiken ist nötig.


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