Covid-Krise: Vorsicht bleibt Gebot der Stunde

28.04.2020 - Newsletter der volkswirtschaftlichen Abteilungen der Landesbanken, Sparkassen und der DekaBank

Die rigiden Maßnahmen des "Shut Down" zeigen erste virologische Erfolge. Jetzt bleibt allerdings die Wirtschaftspolitik gefordert, finden die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe: Für ein umfassendes Konjunkturprogramm sehen sie angesichts des aktuellen Anstiegs der Ersparnisse zwar keine Notwendigkeit, auch umfassende Mehrwertsteuer- oder Einkommenssteuersenkungen sind ihrer Meinung nach derzeit nicht geboten. Kurzfristig zielführend sind in ihren Augen dagegen die bereits eingeleiteten nochmaligen graduellen Verbesserungen bei der Kurzarbeit.

Für Betroffene sei die unmittelbar erfahrene Hilfe entscheidend, argumentieren die Ökonomen. Gesamtwirtschaftlich komme in der akuten, schweren Krise der Erhalt von Beschäftigungsstrukturen sowie ganz entscheidend die Stabilisierung der Einkommens- und Geldkreisläufe dazu. Das Kurzarbeitergeld sei damit ein wichtiges Instrument, um die Konsumnachfrage zu stützen.

Die regulatorischen Erleichterungen für Banken in der Covid-Krise sollten grundsätzlich bis einschließlich zum vierten Quartal 2021 verankert werden. Auch wenn aktuell Erleichterungen wie beispielsweise bezüglich der 6. MaRisk-Novelle oder der Einstufung von Problemkrediten noch nicht abschließend verhandelt sind, sollten alle Maßnahmen auch in einen Gesamtzusammenhang gestellt werden, finden die Volkswirte. Für eine wirkungsvolle Transmission der geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen bleibt ein verlässlicher und einheitlicher Zeitrahmen entscheidend. Und auch für die Planungssicherheit von Banken und Sparkassen ist ein einheitlicher Zeitrahmen wichtig.


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