
Internationale Entwicklungen wirken bis in die Unternehmen vor Ort: Handelskonflikte verändern Absatzmärkte, Energiepreise beeinflussen Produktionskosten und neue Technologien eröffnen Geschäftsmöglichkeiten. Bei der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Bangkok haben Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Finanzwirtschaft und internationalen Institutionen über diese Fragen beraten.
Eine DSGV-Delegation um Präsident Ulrich Reuter nahm an den Gesprächen teil. „Die Entwicklung der Weltwirtschaft betrifft auch unsere Kundinnen und Kunden – besonders die mittelständischen Unternehmen. Als größter Finanzverbund Europas bringen wir ihre Perspektive in den internationalen Austausch ein“, erklärte Reuter.
Dabei ging es auch darum, Deutschlands und Europas Rolle im weltwirtschaftlichen Gesamtbild einzuordnen und Schlussfolgerungen für den Standort Deutschland zu ziehen.
Reuter: Wirtschaftlicher Aufschwung kann Polarisierung dämpfen
Wirtschaftliches Wachstum kann aus Sicht von DSGV-Präsident Ulrich Reuter auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Entscheidend sei, dass die Menschen die Verbesserungen in ihrem Alltag spüren. „Wenn Menschen den Eindruck haben, dass mehr von dem Wachstum, das wir jetzt sehen, bei ihnen ankommt, werden die Zuläufe zu den extremen Parteien ein Stück weit zurückgehen“, sagte Reuter der Nachrichtenagentur Reuters am Rande der Jahrestagung.
Positive Signale sah Reuter bei den Unternehmensgründungen und der Kreditvergabe. Im ersten Halbjahr 2026 sagten die Sparkassen Unternehmen und Selbständigen 5,8 Prozent mehr neue Kredite zu als im Vorjahreszeitraum. „Investitionen in bestehende Geschäftsmodelle und Unternehmensgründungen sind die Grundlage der Zukunft“, betonte er. Damit Unternehmen diese Zukunft gestalten können, forderte Reuter die Bundesregierung zu einem mutigen Bürokratieabbau auf.