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DSGV-Präsident Reuter: Mittelstand ist im Umbruch – Aus Investitionsimpulsen kann Aufschwung werden

Pressekonferenz "Zukunft Mittelstand 2026"
Deutschlands Mittelstand steht unter Druck, aber er hält dagegen. Die Erträge sinken, dennoch bleibt die Substanz insgesamt solide und die Unternehmen beginnen wieder zu investieren. Das zeigt die Bilanzauswertung des DSGV, die rund 40 Prozent aller Unternehmensumsätze in Deutschland abbildet.
Stand:15. September 2026

Deutschlands Mittelstand steht unter Druck, aber er hält dagegen. Die Erträge sinken, dennoch bleibt die Substanz insgesamt solide und die Unternehmen beginnen wieder zu investieren. Das zeigt die Bilanzauswertung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), die rund 40 Prozent aller Unternehmensumsätze in Deutschland abbildet.

„Unsere Zahlen zeigen: Die Lage ist besser als die Stimmung“, sagte DSGV-Präsident Ulrich Reuter heute bei der Pressekonferenz „Zukunft Mittelstand 2026“ in Berlin. Damit aus den ersten Investitionsimpulsen ein tragfähiger Aufschwung wird, müsse jetzt gehandelt werden. Reuter: „Entscheidend sind zukunftsfeste Sozialsysteme, mehr Widerstandskraft gegen Klimafolgen und europäische Stärke bei Künstlicher Intelligenz."

Die DSGV-Analyse zeigt den Druck auf die Erträge. In der Breite stiegen die Umsätze nur in Höhe der Inflationsrate. Das Betriebsergebnis ging im Durchschnitt um 5 Prozent zurück. Die Umsatzrendite sank von 4 auf rund 3 Prozent. Besonders betroffen ist der Metall-, Fahrzeug- und Maschinenbau. „Dass ein Herzstück der deutschen Industrie trotz Personalabbaus erstmals deutliche Verluste verzeichnet, ist ein ernstes Warnsignal.“, sagte Reuter.

Die Auswertung zeigt zugleich, wo es funktioniert. So steigerte das Baugewerbe den Gewinn um knapp 30 Prozent und erreicht knapp 9 Prozent Rendite, die Immobilienwirtschaft rund 8 Prozent, die IT-Dienstleister wachsen um gut 9 Prozent. Gleichzeitig bleibt die Eigenkapitalbasis mit rund 40 Prozent solide. Zugleich sind die Kreditzusagen der Sparkassen an Unternehmen und Selbstständige im ersten Halbjahr um 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf jetzt 46,6 Milliarden Euro gestiegen. Dies deutet auf eine Belebung der Investitionen hin. Viele Unternehmen greifen jedoch weiterhin auf ihre Reserven zurück, um ihr Niveau zu halten.

Für DSGV-Präsident Reuter folgt daraus eine klare wirtschaftspolitische Konsequenz: „Öffentliche Milliarden setzen einen wichtigen Impuls. Aber echtes Wachstum entsteht nur dort, wo Unternehmen wieder Zuversicht gewinnen und langfristig investieren. Zuversicht lässt sich nicht verordnen. Sie wächst, wenn sich Investitionen in Deutschland wieder rechnen“, sagte Reuter. Dafür brauche es eine Produktivitätsagenda, die mehr Wachstum schaffe. Zudem müsse Europa bei Künstlicher Intelligenz eigene Stärke aufbauen sowie eine passende Reaktion auf die Folgen des Klimawandels finden. Reuter: „Wer Klimaschutz depriorisiert, setzt Wohlstand aufs Spiel.“ 

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