
1. Wie sicher sind Schließfächer bei Sparkassen grundsätzlich?
Bankschließfächer zählen weiterhin zu den sichersten Aufbewahrungsorten für Wertgegenstände. Sie befinden sich u.a. in speziell gesicherten Tresorräumen oder Wertschutzschränken, die baulich, technisch und organisatorisch geschützt sind.
Einbrüche in Banktresore sind sehr selten. Wenn sie dennoch vorkommen, erregen sie große öffentliche Aufmerksamkeit. Polizei, Verbraucherschützer und Versicherer weisen jedoch übereinstimmend darauf hin, dass die Aufbewahrung im Bankschließfach in der Regel deutlich sicherer ist als zu Hause.
2. Wer entscheidet über die Sicherheitsvorkehrungen der Schließfächer?
Die Sparkassen in Deutschland sind rechtlich und geschäftspolitisch selbstständig. Entscheidungen zur Sicherheit von Gebäuden, Tresorräumen und Schließfächern werden vor Ort getroffen – jeweils in enger Abstimmung mit Fachleuten.
Das ist auch notwendig, denn Standorte, Bauweise und Umfeld unterscheiden sich erheblich. Entsprechend gibt es i.d.R. mehrere Sicherungsmaßnahmen, die sich an modernen kriminaltechnischen Anforderungen orientieren.
3. Sind die Inhalte eines Schließfachs automatisch versichert?
Wie und in welcher Höhe der Inhalt eines Schließfachs abgesichert ist, hängt vom konkreten Schließfachvertrag ab. In vielen Fällen besteht eine Grundabsicherung bis zu einem festgelegten Betrag, der jedoch von Institut zu Institut unterschiedlich ist.
Wichtig zu wissen:
- Dieser Betrag gilt unabhängig vom tatsächlichen Wert des Inhalts.
- Höherwertige Gegenstände sind damit oft nicht vollständig abgesichert.
Kundinnen und Kunden sollten daher unbedingt prüfen, ob der vereinbarte Betrag zum Inhalt ihres Schließfachs passt. Gegebenenfalls kann eine zusätzliche Schließfachversicherung oder eine Erweiterung der Hausratversicherung sinnvoll sein.
4. Welche Wertsachen eignen sich besonders für ein Bankschließfach – und welche eher nicht?
Bankschließfächer eignen sich vor allem für wertvolle und selten benötigte Gegenstände, bei denen Sicherheit und Schutz im Vordergrund stehen. Dazu zählen etwa Schmuck, Erbstücke, Sammlerstücke, wichtige Dokumente oder kleinere Mengen an Bargeld.
Nicht ideal ist ein Schließfach hingegen für Dinge, die regelmäßig benötigt werden oder deren Wert stark schwankt, ohne dass dies dokumentiert ist. Auch sehr hohe Bargeldbestände sollten nur dann im Schließfach aufbewahrt werden, wenn der Versicherungsschutz eindeutig geklärt ist.
Grundsätzlich gilt: Je wertvoller oder individueller ein Gegenstand ist, desto wichtiger sind passende Versicherungssummen und eine gute Dokumentation. Hier lohnt sich eine kurze Rücksprache mit der eigenen Sparkasse oder dem Versicherer.
5. Was sollten Schließfachkundinnen und -kunden jetzt konkret tun?
Unabhängig von aktuellen Ereignissen empfiehlt sich ein regelmäßiger Check:
- Schließfachvertrag prüfen: Welche Versicherungssumme ist für das Schließfach vereinbart?
- Inhalt abgleichen: Entspricht der Wert der gelagerten Gegenstände der Absicherung?
- Versicherung prüfen/ergänzen: Hausratversicherung prüfen, ob und in welcher Höhe Inhalte in Schließfächern ggf. mitversichert sind; bei Bedarf Zusatzversicherung abschließen
- Dokumentation führen: Wertgegenstände möglichst mit Kaufbelegen, Fotos oder Gutachten dokumentieren – und diese nicht im Schließfach selbst aufbewahren.
Fazit
Bankschließfächer bleiben eine sehr sichere Form der Aufbewahrung. Gleichzeitig sollten Kundinnen und Kunden den Versicherungsschutz realistisch an den tatsächlichen Wert anpassen. Transparenz, regelmäßige Prüfung und individuelle Vorsorge helfen dabei, dass Wertgegenstände in Schließfächern auch künftig verlässlich und umfassend geschützt bleiben.