
Die WIN-Initiative soll bessere Bedingungen für Investitionen in innovative und wachsende Unternehmen schaffen.
Seit dem Start wurden bereits 2,64 Milliarden Euro investiert – ein wichtiger Schritt in Richtung des Ziels von 12 Milliarden Euro bis 2030.
Sechs von zehn Maßnahmen zur Stärkung des Venture-Capital-Marktes sind bereits umgesetzt.
Neben Start-ups rücken auch Mittelstand und Unternehmensnachfolge stärker in den Fokus.
Deutschland braucht mehr Investitionen in Innovation – und dafür vor allem eines: ausreichend Kapital. Gerade junge, wachstumsstarke Unternehmen stehen oft vor der Herausforderung, passende Finanzierungen zu finden. Gleichzeitig müssen sich auch viele etablierte Mittelständler neu aufstellen, etwa durch Digitalisierung, Transformation oder den Generationenwechsel.
Vor diesem Hintergrund wurde im September 2024 die WIN-Initiative gestartet. Dahinter steht ein breites Bündnis aus Bundesregierung, der KfW sowie Unternehmen und Verbänden – darunter auch die Sparkassen-Finanzgruppe. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für Wachstums- und Innovationskapital in Deutschland zu verbessern und mehr privates Kapital für Unternehmen zu mobilisieren.
Der erste Jahresbericht zeigt nun: Die Initiative ist erfolgreich gestartet und entfaltet bereits Wirkung.
Was steckt hinter der WIN-Initiative?
Die WIN-Initiative – kurz für „Wachstums- und Innovationskapital für Deutschland“ – setzt an einem zentralen Punkt an: dem Zugang zu Kapital für Unternehmen in entscheidenden Wachstumsphasen.
Gerade in Deutschland gibt es im internationalen Vergleich Nachholbedarf. Während in Ländern wie den USA oder Großbritannien deutlich mehr privates Kapital in junge Unternehmen fließt, ist der deutsche Markt für Venture Capital noch weniger ausgeprägt. Das hat Folgen: Gute Ideen kommen schwerer zur Marktreife, Wachstum verlangsamt sich – und Innovationen wandern im Zweifel ins Ausland ab.
Die WIN-Initiative soll genau hier gegensteuern. Sie bringt Politik, Finanzwirtschaft und Unternehmen zusammen, um strukturelle Hindernisse abzubauen und Investitionen zu erleichtern. Dazu gehören etwa bessere steuerliche Rahmenbedingungen, neue Finanzierungsinstrumente oder mehr Transparenz für Investoren.
Ein zentraler Baustein ist ein gemeinsames Maßnahmenpaket mit insgesamt zehn Punkten, das den gesamten Finanzierungsprozess adressiert – von der Gründung über Wachstumsphasen bis hin zu Exit-Möglichkeiten.

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Erste Ergebnisse: Milliardeninvestitionen und spürbare Fortschritte
Die bisherigen Zahlen zeigen: Die Initiative kommt voran.
Seit ihrem Start wurden bereits 2,64 Milliarden Euro in Unternehmen investiert. Ein Großteil des Kapitals fließt in Deutschland und Europa – und vor allem in Unternehmen, die sich bereits in einer fortgeschrittenen Wachstumsphase befinden. Damit wird gezielt eine Finanzierungslücke geschlossen, die bisher viele Unternehmen ausgebremst hat.
Auch strukturell gibt es Fortschritte: Sechs von zehn Maßnahmen des WIN-Pakets sind bereits umgesetzt, zwei weitere befinden sich in der Umsetzung, zwei in Prüfung. Damit ist ein Großteil der geplanten Reformen auf den Weg gebracht.
Zu den bereits erreichten Verbesserungen gehören unter anderem:
- bessere steuerliche und regulatorische Rahmenbedingungen für Investitionen,
- neue Programme zur Förderung von Start-ups und Ausgründungen,
- Initiativen zur stärkeren Einbindung institutioneller Investoren,
- Maßnahmen zur Verbesserung von Börsengängen und Exit-Möglichkeiten.
Diese Veränderungen zielen darauf ab, den gesamten Innovations- und Finanzierungsstandort Deutschland langfristig zu stärken.
Warum Wachstumskapital so entscheidend ist
Wachstumskapital ist mehr als nur Geld. Es entscheidet darüber, ob Ideen zu marktfähigen Produkten werden, ob Unternehmen skalieren können – und ob neue Arbeitsplätze entstehen.
Gerade in Zukunftsfeldern wie Künstlicher Intelligenz, Klimaschutz oder Sicherheitstechnologien ist der Wettbewerb international sehr intensiv. Länder, die hier frühzeitig investieren, sichern sich technologische und wirtschaftliche Vorteile.
Für Deutschland bedeutet das: Wer die Unternehmen von morgen finanzieren will, muss heute die richtigen Rahmenbedingungen schaffen.
Die WIN-Initiative setzt genau an diesem Punkt an – und verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Es geht nicht nur darum, mehr Kapital bereitzustellen, sondern auch darum, Investoren zu gewinnen, Strukturen zu verbessern und den Markt insgesamt attraktiver zu machen.
Bedeutung für den Mittelstand
Auch wenn häufig von Start-ups und Scale-ups die Rede ist: Die Auswirkungen der WIN-Initiative reichen weit darüber hinaus.
Denn Innovation findet nicht nur in jungen Unternehmen statt. Gerade der deutsche Mittelstand ist ein zentraler Treiber für wirtschaftliche Stärke, Beschäftigung und technologische Entwicklung. Viele mittelständische Unternehmen investieren in neue Geschäftsmodelle, Digitalisierung oder nachhaltige Technologien – und benötigen dafür ebenfalls Kapital.
Hier zeigt sich die besondere Rolle der Sparkassen-Finanzgruppe: Sie begleitet Unternehmen über alle Phasen hinweg – von der Gründung bis in die Wachstumsphase. Die WIN-Initiative ergänzt diese Finanzierung gezielt dort, wo zusätzlicher Bedarf entsteht.
„Die WIN-Initiative bringt Wachstum und Innovation voran. Sie zeigt, was wir gemeinsam erreichen können, wenn Politik, Finanzwirtschaft und Unternehmen sich einbringen“, sagt DSGV-Präsident Ulrich Reuter.
Ein zusätzlicher Impuls: Unternehmensnachfolge stärker in den Blick nehmen
Neben der Finanzierung von Neugründungen rückt ein weiteres Thema zunehmend in den Fokus: die Unternehmensnachfolge.
In den kommenden Jahren stehen viele mittelständische Betriebe vor einem Generationswechsel. Dabei geht es nicht nur um Eigentumsfragen, sondern auch um Investitionen, Weiterentwicklung und Zukunftsfähigkeit der Unternehmen.
Ulrich Reuter betont daher: Die Unterstützung von Unternehmensnachfolgen wird ebenso wichtig sein wie die Förderung von Start-ups und Scale-ups. Denn auch hier entscheidet der Zugang zu Kapital darüber, ob erfolgreiche Geschäftsmodelle fortgeführt und weiterentwickelt werden können.
Gerade für die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz der deutschen Wirtschaft ist das ein entscheidender Faktor. Wenn es gelingt, bestehende Unternehmen erfolgreich in die nächste Generation zu überführen und gleichzeitig Innovationen voranzutreiben, stärkt das den gesamten Wirtschaftsstandort nachhaltig.
Ausblick: Noch viel Potenzial nach oben
Trotz der positiven Entwicklungen ist klar: Die WIN-Initiative steht noch am Anfang.
Langfristig sollen bis 2030 insgesamt 12 Milliarden Euro an Investitionen mobilisiert werden – perspektivisch sogar deutlich mehr. Gleichzeitig geht es darum, weitere Investoren zu gewinnen, bestehende Maßnahmen konsequent umzusetzen und neue Impulse zu setzen.
Der erste Jahresbericht zeigt jedoch: Der eingeschlagene Weg stimmt. Die Zusammenarbeit zwischen Politik, Finanzwirtschaft und Unternehmen funktioniert – und die ersten Ergebnisse sind sichtbar.
Für Deutschland bedeutet das eine wichtige Chance: mehr Innovation, mehr Wachstum und ein stärkerer, zukunftsfähiger Mittelstand.