zum Inhalt springen
Suche

Vom Sparen zum Investieren

Vermögensbarometer 2026
Sparen bleibt den Menschen in Deutschland wichtig. Doch beim langfristigen Vermögensaufbau nutzen viele die Möglichkeiten der Kapitalmärkte bislang kaum. Das Vermögensbarometer 2026 zeigt: Jüngere gehen besonders planvoll vor, ETFs gewinnen an Zuspruch. Zugleich bleiben Unsicherheit über Risiken und fehlende finanzielle Spielräume wichtige Hürden.
  • 75 Prozent halten regelmäßiges Sparen für wichtig oder sehr wichtig. Unter den 16- bis 29-Jährigen sind es sogar 83 Prozent.

  • Nur 28 Prozent besitzen aktuell Wertpapiere. Besonders groß ist der Unterschied zwischen Männern und Frauen.

  • ETFs gewinnen für Vermögensaufbau und Altersvorsorge an Bedeutung. Verständliche Angebote und Beratung können den Einstieg erleichtern.

Für unerwartete Ausgaben vorsorgen, im Alter finanziell abgesichert sein oder sich eigene Wünsche erfüllen: Die Menschen in Deutschland haben gute Gründe zu sparen. Drei Viertel halten es für wichtig oder sehr wichtig, regelmäßig Geld zurückzulegen. Gleichzeitig bleibt Sicherheit bei der Geldanlage das wichtigste Kriterium. 66 Prozent zählen sie zu den drei entscheidenden Aspekten – vor einer guten Rendite mit 43 Prozent.

Das Vermögensbarometer 2026 des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) zeigt damit eine zentrale Herausforderung: Wie lässt sich das ausgeprägte Sicherheitsbedürfnis mit langfristigem Vermögensaufbau verbinden?

DSGV-Präsident Prof. Dr. Ulrich Reuter beschreibt im Vorwort den notwendigen Schritt: „Sparen bedeutet heute mehr, als Geld auf dem Sparbuch zurückzulegen. Es bedeutet auch, einen Teil des Ersparten langfristig zu investieren.“

Jüngere sparen besonders planvoll

Gerade junge Menschen beschäftigen sich intensiv mit ihrer finanziellen Zukunft. 83 Prozent der 16- bis 29-Jährigen halten regelmäßiges Sparen für wichtig oder sehr wichtig. Fast die Hälfte dieser Altersgruppe – 48 Prozent – verfolgt einen konkreten Spar- oder Anlageplan. Über alle Altersgruppen hinweg sind es lediglich 35 Prozent.

Zugleich fehlen vielen Menschen die finanziellen Möglichkeiten, Rücklagen zu bilden. 21 Prozent der Befragten geben an, nicht zu sparen beziehungsweise nicht sparen zu können. Im Vorjahr waren es 15 Prozent. Auch beim Konsum bleibt die Zurückhaltung groß: Mehr als die Hälfte hat ihre Ausgaben in den vergangenen zwölf Monaten eingeschränkt.

ETFs gewinnen an Zuspruch

Klassische Sparformen sind weiterhin weit verbreitet. 39 Prozent nutzen Tagesgeld für den Vermögensaufbau, 26 Prozent ein Sparbuch. Deutlich weniger halten diese Produkte dafür allerdings für geeignet: Beim Tagesgeld sind es 25 Prozent, beim Sparbuch 21 Prozent.

ETFs gewinnen dagegen an Zuspruch. 24 Prozent bewerten sie als gut geeignet für den Vermögensaufbau – fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Aktien erreichen ebenfalls 24 Prozent.

Trotzdem besitzt mit 28 Prozent weiterhin weniger als ein Drittel der Befragten Wertpapiere. Der Anteil ist gegenüber dem Vorjahr unverändert. Unter denjenigen, die investieren, sind bessere Ertragschancen das am häufigsten genannte Motiv.

Unsicherheit erschwert den Einstieg

Wer bislang keine Wertpapiere besessen hat, nennt vor allem schwer einschätzbare Risiken als Hürde: 37 Prozent dieser Gruppe geben dies an. Zugleich zeigt die Befragung, was den Einstieg erleichtern könnte. 23 Prozent wünschen sich ein einfach erklärtes Einsteigerprodukt, 20 Prozent ein persönliches Beratungsgespräch bei ihrer Hausbank.

Besonders deutlich bleibt der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Während 36 Prozent der Männer aktuell Wertpapiere besitzen, sind es bei den Frauen 21 Prozent. Fast zwei Drittel der Frauen haben noch nie Wertpapiere besessen.

Die Unterschiede gehen über das Anlageverhalten hinaus. Unter den grundsätzlich sparenden Frauen legen 49 Prozent weniger als ein Zehntel ihres monatlichen Nettoeinkommens zurück. Bei den Männern sind es 39 Prozent. Verständliche Informationen und passende Zugänge zum Kapitalmarkt sind deshalb ebenso wichtig wie die finanziellen Voraussetzungen, überhaupt Vermögen aufbauen zu können.

Wertpapiere werden für die Altersvorsorge wichtiger

Auch für die private Altersvorsorge gewinnen kapitalmarktorientierte Anlagen an Bedeutung. Unter den Befragten, die bereits vorsorgen oder dies planen, nennen 25 Prozent Aktien als Vorsorgebaustein. Im Vorjahr waren es 21 Prozent. ETFs kommen auf 24 Prozent, nach 18 Prozent im Jahr 2025.

Gleichzeitig sagen 19 Prozent aller Befragten, finanziell nicht in der Lage zu sein, für das Alter vorzusorgen. Nur 23 Prozent erwarten, später allein von ihrer gesetzlichen Rente leben zu können.

Für den DSGV folgt daraus eine gemeinsame Aufgabe von Politik und Finanzwirtschaft: Kapitalmarktbasierte Vorsorge muss einfach, verständlich und breit zugänglich werden. Die Sparkassen bieten dafür unter anderem mit S-Neo einen Zugang zum Wertpapiersparen über die App „Sparkasse“.

Sparkassen bleiben beim Vertrauen vorn

Bei der Frage, welchem Geldinstitut sie überschüssiges Geld am ehesten anvertrauen würden, nennen 36 Prozent die Sparkassen. Damit behaupten sie ihre Spitzenposition vor den Volks- und Raiffeisenbanken mit 16 Prozent und der ING mit elf Prozent.

Dieses Vertrauen ist eine wichtige Grundlage, um Menschen beim Schritt vom Sparen zum Investieren zu begleiten – mit verständlichen Informationen, persönlicher Beratung und Angeboten, die zu ihren Zielen und finanziellen Möglichkeiten passen.

Über das Vermögensbarometer

Das Vermögensbarometer ist eine bevölkerungsrepräsentative Befragung des DSGV, die seit 2005 erhoben wird. Für die Ausgabe 2026 befragte Kantar zwischen dem 23. Juni und dem 14. Juli deutschlandweit mehr als 4.800 Menschen ab 16 Jahren online zu ihrem Umgang mit Geld und ihren finanziellen Erwartungen.

Die vollständigen Ergebnisse finden Sie im Vermögensbarometer 2026