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S-Com/Getty

Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe mahnen Reform der CO2-Bepreisung an

Krieg im Nahen Osten treibt Energiekosten
Der Krieg im Nahen Osten verschärft die Lage auf den Energiemärkten. Die Auseinandersetzung zeigt einmal mehr, wie anfällig Energiepreise für externe Einflüsse sind und was daraus für Unternehmen und Haushalte in Europa folgt.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage an Dringlichkeit, wie sich Energiekosten begrenzen und gleichzeitig der Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft zur Klimaneutralität vorantreiben lassen.

In ihrem aktuellen Standpunkt zur CO2-Bepreisung kommen die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe zu folgendem Ergebnis: Der Emissionshandel bleibt ein zentrales Instrument für den Klimaschutz – muss aber weiterentwickelt werden, um wirtschaftliche Stärke und Transformation gleichermaßen zu sichern. „Der CO2-Preis ist ein wirksames Instrument für den Klimaschutz. Gleichzeitig wird er immer stärker zum Kostentreiber für Unternehmen und Haushalte“, erklärt Dr. Reinhold Rickes, Chefvolkswirt beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband. Insofern sind strukturelle Reformen der Energiepreisbildung nötig, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Dazu zählen eine Überprüfung des Merit-Order-Prinzips sowie Anpassungen beim europäischen CO2-Grenzausgleich (CBAM), der Wettbewerbsnachteile gegenüber Drittstaaten ausgleichen soll. Zudem sprechen sich die Chefvolkswirte für gezielte Förderinstrumente aus, die Investitionen in klimafreundliche Technologien durch planbare Erlöse absichern.

Besondere Herausforderungen ergeben sich, so die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe weiter, durch die parallelen Emissionshandelssysteme in Europa und Deutschland. Übergänge zwischen den Systemen könnten zu deutlichen Preissprüngen führen und Investitionsentscheidungen erschweren. „Für Unternehmen ist Planungssicherheit entscheidend. Unnötige Preissprünge im Emissionshandel müssen vermieden werden, damit Investitionen in klimafreundliche Technologien nicht ausgebremst werden“, so Dr. Moritz Kraemer, Chefvolkswirt der LBBW.

In vielen energieintensiven Branchen seien CO2-arme Technologien bislang noch nicht ausreichend wirtschaftlich oder in großem Maßstab verfügbar – so Rickes. Gleichzeitig blieben Strompreise ein zentraler Standortfaktor. Die Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit gelinge nur, wenn klimafreundliche Technologien auch wirtschaftlich tragfähig seien. Dafür seien niedrigere Stromkosten, der weitere Ausbau erneuerbarer Energien sowie bessere Anreize für Investitionen in Dekarbonisierung nötig. Die Chefvolkswirte sprechen sich daher dafür aus, den Emissionshandel stärker an den unterschiedlichen Herausforderungen der einzelnen Branchen auszurichten.

Auch soziale Aspekte spielen eine wichtige Rolle. Steigende CO2-Kosten treffen insbesondere Haushalte mit geringem Einkommen, vor allem im Bereich Wohnen und Heizen. „Zielgerichtete Fördermaßnahmen – etwa für energetische Sanierungen – können hier wirksamer entlasten als pauschale Ausgleichszahlungen“, so Kraemer. Allein im Jahr 2025 beliefen sich die Einnahmen aus dem nationalen Emissionshandel auf rund 16 Milliarden Euro – Geld, das gezielt für Investitionen in Energieeffizienz und Entlastung genutzt werden könnte.

Die Sparkassen-Finanzgruppe begleitet Unternehmen als verlässlicher Partner bei der Transformation. Sie unterstützt Investitionen in nachhaltige Technologien und trägt dazu bei, dass der Wandel hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft finanziert werden kann.

Standpunkt der Chefvolkswirte zum Download: Herausforderung CO2-Bepreisung