
Gleichzeitig besitzen weiterhin lediglich 28 Prozent Aktien oder andere Wertpapiere. Das zeigt das Vermögensbarometer 2026, das der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) zum Weltspartag vorgestellt hat.
39 Prozent der Befragten bewerten ihre finanzielle Situation als gut oder sehr gut, nach 41 Prozent im Vorjahr. Jeder Vierte beurteilt sie negativ. Besonders zuversichtlich sind dagegen die Jüngeren: Zwei Drittel der unter 30-Jährigen erwarten, dass es ihnen finanziell künftig besser gehen wird. „Diese Zuversicht ist richtig. Denn diese Generation kann die entscheidenden Weichen aus eigener Kraft stellen“, sagte DSGV-Präsident Ulrich Reuter in Berlin.
Wie wichtig ein früher Beginn ist, verdeutlichte Reuter mit einer Modellrechnung: Wer 40 Jahre lang monatlich 100 Euro investiert, könnte bei einer angenommenen durchschnittlichen Wertentwicklung von fünf Prozent nach Kosten auf rund 150.000 Euro kommen. Bei einem zehn Jahre späteren Start wären es unter denselben Annahmen nur gut 80.000 Euro. Die Rechnung ist keine Renditezusage, Steuern und Kaufkraftverlust sind nicht berücksichtigt.
Auch bei Wertpapieren bleibt eine Lücke zwischen Interesse und Handeln. Während der Anteil der Wertpapierbesitzer bei 28 Prozent stagniert, halten inzwischen 24 Prozent ETFs für gut geeignet zum Vermögensaufbau, das sind fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. „Doch zwischen Erkenntnis und Handeln liegt eine Lücke, die wir gemeinsam schließen müssen“, sagte Reuter. Mit S-Neo haben die Sparkassen dafür einen einfachen digitalen Zugang zum Wertpapiersparen geschaffen.
Bei der Altersvorsorge begrüßte Reuter die Reform der staatlich geförderten privaten Vorsorge und verwies auf neue Fördermöglichkeiten: Wer monatlich 30 Euro einzahlt, kann bei entsprechender Berechtigung jährlich 180 Euro Grundzulage erhalten. Neben kostengünstigen Standardangeboten müsse es auch individuellere Lösungen geben. „Denn Altersvorsorge darf nie ein Einheitsprodukt sein“, betonte Reuter. „Manche Menschen wollen möglichst viel selbst entscheiden. Andere wünschen sich Beratung und Begleitung.“
Deutliche Unterschiede zeigt das Vermögensbarometer beim Wertpapierbesitz von Frauen und Männern: Während 36 Prozent der Männer Wertpapiere besitzen, sind es bei den Frauen nur 21 Prozent. Karolin Schriever, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des DSGV, sieht auch die Sparkassen in der Verantwortung: „Die Sparkassen wollen dabei helfen. Nicht indem wir Frauen sagen, sie müssten einfach mutiger sein. Sondern indem wir die Voraussetzungen für eine gute Entscheidung schaffen.“
Das Vermögensbarometer wird seit 2005 erhoben. Zwischen dem 23. Juni und dem 14. Juli 2026 wurden im Auftrag des DSGV mehr als 4.800 Menschen ab 16 Jahren befragt.