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2025: Sparkassenkunden fast 48 Mrd. EUR reicher – Deutlich mehr Kreditgeschäft, zusätzliche Kundeneinlagen

Bilanz-Pressekonferenz
Die Kundinnen und Kunden der Sparkassen haben 2025 zusätzliches Geldvermögen in Höhe von 47,8 Mrd. EUR gebildet – ein Plus von fast 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Kundinnen und Kunden der Sparkassen haben 2025 zusätzliches Geldvermögen in Höhe von 47,8 Mrd. EUR gebildet – ein Plus von fast 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Das ist die wichtigste Geschäftszahl der deutschen Sparkassen“, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Ulrich Reuter heute anlässlich der Bilanzpressekonferenz der Sparkassen-Finanzgruppe in Frankfurt a.M. Mit über 41 Mrd. EUR entfällt der größte Teil dieser Summe auf private Kundinnen und Kunden und kommt damit in der Breite des Landes an.

Für eine langfristige Wohlstandsicherung sehen die Sparkassen allerdings mit Sorge, dass zusätzliches Vermögen vor allem in täglich fälligen Einlagen gehalten wird. Zwar sei es verständlich, dass Privatpersonen und auch Unternehmen in unsicheren Zeiten liquide bleiben wollten. Damit sparten sie der Inflation aber hinterher. „Wir wünschen uns, dass auch die Kleinanleger langfristig am volkswirtschaftlichen Wertzuwachs teilhaben. Deshalb schaffen wir mit S-Neo ein völlig neues Wertpapierangebot. Und wir wollen, dass die europäische Finanzmarktregulierung stärker auf die Interessen von Kleinanlegern und mittelständischen Unternehmen achtet“, so der DSGV-Präsident.

S-Neo bietet ab Mitte des Jahres ein Gesamtpaket, das besser als jeder heutige Neo-Broker sein wird. Im ersten Schritt können aus der Sparkassen-App heraus die fast 20 Mio. App-Nutzer mit neuen kundenfreundlichen Abwicklungsprozessen rund 21.000 Wertpapiere jederzeit handeln. Schrittweise wird dieses besondere Angebot auch für andere Bankkunden geöffnet. „Unser Vorteil ist, dass dieses S-Neo-Wertpapiergeschäft in der sicheren Infrastruktur der Sparkassen stattfindet – stabile Systeme, sichere Daten, echte Hilfe, wenn notwendig. Wenn unsere heute geborenen Kunden in über 60 Jahren mit einem soliden Kapitalpolster in Rente gehen, ist für sie eines wichtig: Welcher Dienstleister ist dann überhaupt noch da? Die Sparkasse kann das versprechen“, sagte Reuter. 

Gemeinsam mit ihren privaten Kundinnen und Kunden haben die Sparkassen privates Kapital mobilisiert, das zur Finanzierung der Zukunft unseres Landes dringend notwendig ist. So ist eine deutliche Belebung im Kreditgeschäft mit Unternehmen und Selbständigen möglich geworden. Hier stieg das Neugeschäft um 13,4 Prozent auf 94,5 Mrd. EUR. Über zwei Drittel dieser Mittel flossen in neue Investitions- und Betriebsmittelkredite. Das entspricht einem Plus von immerhin knapp 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Reuter: „Hier spiegeln sich trotz aller wirtschaftlichen Herausforderungen positive Zukunftserwartungen wider. Die Unternehmen nehmen die Zukunft in die eigene Hand und investieren.“ Treiber im Neugeschäft mit privaten Krediten war das Wohnimmobiliengeschäft. Hier haben die Sparkassen im vergangenen Jahr neue Kredite in Höhe von 56,4 Mrd. EUR zugesagt – ein Plus von 22,8 Prozent. „Nach wie vor fehlen Wohnungen in hoher sechsstelliger Zahl. Wir sind bereit. Entscheidend ist aber, dass es die Politik vor allem jungen Familien leichter macht, in die eigenen vier Wände zu kommen“, so der DSGV-Präsident. Es sei dringlich, überzogene Baustandards und die Baunebenkosten zu senken. Zusätzlich müssten Genehmigungsverfahren beschleunigt und die Grunderwerbsteuer für selbstgenutztes Wohneigentum deutlichst reduziert werden.

Die Kundeneinlagen bei den deutschen Sparkassen sind 2025 um 29,3 Mrd. EUR auf rund 1.247 Mrd. EUR gestiegen. Zusammen mit ihren Verbundunternehmen sind die deutschen Sparkassen damit eine der größten Kapitalsammelstellen Europas. Besonders erfreulich hat sich das Wertpapiergeschäft der Sparkassen entwickelt. Im Kundenwertpapiergeschäft wurde der höchste Jahresumsatz der Geschichte erreicht, der Nettoabsatz lag mit 18,4 Mrd. EUR deutlich über dem Vorjahresergebnis. Zu diesem sehr guten Ergebnis haben die Investmentfonds insgesamt und in diesem Segment besonders auch ETFs beigetragen.