Nachhaltigkeit: Menschen fordern neue Wirtschaftsordnung

19.08.2010 – Nachhaltigkeit: Menschen fordern neue Wirtschaftsordnung

Die bislang weltweit größte Finanz- und Wirtschaftskrise scheint ausgestanden, doch sie hat bei vielen Deutschen zu einem Umdenken geführt: Eine große Mehrheit betrachtet die bestehende Wirtschaftsordnung inzwischen äußerst skeptisch.

Fast neunzig Prozent der Deutschen wünschen sich eine "neue Wirtschaftsordnung". Der Kapitalismus sorge weder für einen "sozialen Ausgleich in der Gesellschaft" noch für den "Schutz der Umwelt" oder einen "sorgfältigen Umgang mit den Ressourcen". Das hat eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung ergeben, berichtete die Wochenzeitung "Zeit" am Donnerstag.

Die Bürger seien aber eher nachdenklich als wütend. Sie sähen die Verantwortung nicht nur bei Politikern und Wirtschaftsführern, sondern auch bei sich persönlich. Vier von fünf Deutschen seien der Ansicht, dass "jeder seine Lebensweise dahingehend überdenken sollte, ob wirtschaftliches Wachstum für ihn alles ist", heißt es in dem Artikel weiter. Soziale Beziehungen, Gesundheit und Umweltbedingungen seien einer großen Mehrheit wichtiger als "Geld und Besitz zu mehren".

Auch der Aspekt der Nachhaltigkeit bekommt im Bewusstsein der Deutschen eine immer größere Bedeutung: So stimmten der Aussage "Wohlstand ist für mich weniger wichtig als Umweltschutz und der Abbau von Schulden" 75 Prozent der Befragten mit Abitur und 69 Prozent jener mit Hauptschulabschluss zu.

Die Deutschen seien aber optimistisch, dass sich das System in die richtige Richtung verändern lasse: Nach Angaben der "Zeit" hält es eine Mehrheit der Befragten für möglich, dass sich Wachstum und Umweltschutz miteinander vereinbaren ließen, den entsprechenden politischen Willen vorausgesetzt.
 

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